Digitales Radio

Die Landesmedienanstalten haben sich immer wieder für die Digitalisierung der Hörfunkübertragung ausgesprochen. Digital Audio Broadcasting (DAB) bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der analogen Übertragungstechnik. DAB bedeutet verbesserte Empfangsqualität und eröffnet die Möglichkeit eines breiteren Programmangebots. Selbst mobil im Auto oder in der Bahn kommt es auch bei hohen Geschwindigkeiten nicht zu Störungen.

 

DAB ist ein standardisiertes Übertragungsverfahren für digitalen Hörfunk und wird inzwischen als DigitalRadio vermarktet. DAB basiert auf 1,5 MHz breiten Frequenzblöcken, in denen 6 bis 8 Hörfunkprogramme sowie zusätzlich Informationsdienste gleichzeitig übertragen werden können. Die Verbreitung geschieht über terrestrische Sender. Der Auf- und Ausbau der technischen Infrastruktur erfasst bereits fast 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland - mit steigender Tendenz.

 

Die Landesmedienanstalten setzen sich im Rahmen der internationalen Frequenzkonferenzen dafür ein, dass Frequenzen für die Verbreitung eines bundesweiten DigitalRadios und Kapazitäten für bundesweite Datenangebote vorgesehen werden.

Digital Radio Mondiale (DRM)

DRM bedeutet digitaler Hörfunk im Lang-, Mittel- und Kurzwellenbereich (LW / MW / KW). Es handelt sich um ein international standardisiertes Übertragungsverfahren. Auch bei DRM wird das bisher übliche Frequenzraster beibehalten, also 9 kHz im LW- und MW-Bereich und 5 kHz im KW-Bereich. Pro Kanal wird allerdings nur ein Programm übertragen, dies jedoch mit UKW vergleichbarer Qualität. DRM wird nur über terrestrische Sender verbreitet.

Webradio

Als Internetradio (Webradio) bezeichnet man ein Internet-basiertes Angebot an Radiosendungen. Die Übertragung erfolgt in der Regel als Streaming Audio; zur Nutzung sind entsprechende Streaming-Clients erforderlich. Webradios bieten ein Programm mit Interaktionsmöglichkeiten. Die Hörer können beispielsweise ihre eigenen Programme zusammenstellen und Programmteile auf CD-Rom oder Memosticks abspeichern.

 

Als Internet-Broadcaster bezeichnet man einen Sender, der entweder nur im Internet sendet oder zumindest seine Erstverwertung im Internet durchführt und Teile des Programms dann später an andere Stationen verkauft (Syndication). Internet-Broadcasting unterscheidet sich von konventionellen Sendern vor allem durch die im Vergleich zu herkömmlichen Stationen geringere Hörerzahl. Ein Beispiel sind Universitätssender, die ihre Programme über das Internet bereitstellen. Das Webradio wird von zahlreichen Radio-Sendern als alternative Übertragungstechnik für eine Zweitverwertung ihrer Programme genutzt. Der Empfang soll so auch Hörern ermöglicht werden, die das Programm weder terrestrisch noch über Satellit empfangen können. Die Übertragung von aktuellen Programmen wird häufig durch Archivierung und Bereitstellung früher gesendeter Beiträge ergänzt (On-demand-streaming). Zahlreiche Radiosender bieten zumindest Teile ihrer Programme via Live-Streaming über das Internet an.

© Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten in der Bundesrepublik Deutschland (ALM)