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Mittwoch 16. November 2005 | ALM/DLM

Pressemitteilung 20/2005: DLM-Studie zu Beschäftigte und wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland

 

Private Rundfunkwirtschaft wieder auf Wachstumskurs

 

Die wirtschaftliche Lage des werbefinanzierten Rundfunks hat sich im Jahr 2004 nach der rückläufigen Entwicklung in den Jahren 2001 bis 2003 wieder deutlich verbessert. Die betrieblichen Erträge der privaten Fernsehveranstalter sind 2004 um 4,9 Prozent auf 6,102 Mrd. Euro gewachsen und lagen damit um 503 Mio. Euro über den entsprechenden Aufwendungen. Auch beim privaten Hörfunk war das Betriebsergebnis in 2004 mit einem Überschuss von 65 Mio. Euro bei Gesamterträgen von 602 Mio. Euro wieder deutlich positiv. Der Zuwachs bei den Rundfunkunternehmen beträgt im Vergleich zum Vorjahr 4,9 Prozent. Das Bruttoinlandprodukt hat im Vergleich dazu nominal lediglich um 2,3 Prozent zugenommen. Die Rundfunkwirtschaft gehört damit wieder zu den Wirtschaftszweigen mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in Deutschland. Auch für das laufende Jahr 2005 erwarten die befragten Rundfunkunternehmen überwiegend positive Ergebnisse.

Diese Feststellungen gehören zu den wichtigsten Ergebnissen einer Untersuchung, die das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung (HBI) in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Kommunikationsforschung München (AKM) im Auftrag der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten durchgeführt hat.

Die betrieblichen Erträge der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten addierten sich im Jahr 2004 auf 8,2 Mrd. Euro (Vorjahr 8,0 Mrd. Euro), von denen 81,8 Prozent aus dem Rundfunkgebührenaufkommen stammten. Die privaten Hörfunk- und TV-Veranstalter erzielten zusammen Nettoerträge von rund 6,7 Mrd. Euro und damit einen Zuwachs von 4,9 Prozent bzw. 314 Mio. Euro gegenüber 2003. Mit einem Anteil von 59,3 Prozent entfiel der Hauptteil der Gesamterträge der privaten Rundfunkwirtschaft nach wie vor auf klassische Werbung und Sponsoring. 2002 waren es allerdings noch 65,5 Prozent. Auf die Pay-TV-Veranstalter entfielen mit 1,1 Mrd. Euro 16,1 Prozent der Gesamterträge der privaten Rundfunkwirtschaft. Die Teleshopping-Angebote erzielten 2004 Umsätze in Höhe von 908 Mio. Euro und damit einen Anteil von 13,5 Prozent. Telefon-Mehrwertdienste haben 2004 ein Umsatzvolumen von 270 Mio. Euro erreicht und tragen damit bereits zu 4 Prozent zu den Gesamterträgen des privaten Rundfunks bei.

 

Beschäftigung im Rundfunk um 0,5 Prozent gestiegen

Ende 2004 waren in der deutschen Rundfunkwirtschaft 46.004 Erwerbstätige beschäftigt, davon 29.415 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, 12.689 bei privaten Fernsehveranstaltern und 3.900 bei den privaten Hörfunkunternehmen. Während die Zahl der festen Mitarbeiter beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk um 0,7 Prozent zurückgegangen ist, ist beim privaten Rundfunk eine Zunahme der Beschäftigung von 2,6 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Erwerbstätigen in der Rundfunkwirtschaft hat damit insgesamt um 0,5 Prozent zugenommen (Gesamtwirtschaft 0,3 Prozent). Mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent ist die Anzahl der freien Mitarbeiter auf 28.325 Beschäftigte angestiegen. Auch im privaten Rundfunk ist die Anzahl der freien Mitarbeiter nach den deutlichen Rückgängen in den Jahren 2002 und 2003 erst-mals wieder gewachsen (+ 0,3 Prozent) auf 5.343 Beschäftigte. Ende 2004 waren damit zusammen genommen 74.239 Beschäftigte (fest angestellte Erwerbstätige und freie Mitarbei-ter) im Rundfunk tätig.

 

Wirtschaftliche Lage der privaten Rundfunkveranstalter deutlich verbessert

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich 2004 die wirtschaftliche Situation der privaten Rundfunkunternehmen deutlich verbessert. Für die einzelnen Veranstaltertypen zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild:

 

Privates Fernsehen

  • Die privaten TV-Veranstalter erwirtschafteten zusammen einen Überschuss von 503 Mio. Euro (Vorjahr 200 Mio. Euro). Das Defizit der privaten TV-Veranstalter im Jahr 2002 hatte sich noch auf minus 800 Mio. Euro summiert.
  • Die Gruppe der 10 bundesweiten werbefinanzierten Vollprogramme erwirtschaftete 2004 zusammen ein Betriebsergebnis von 509 Mio. Euro; dies entspricht einem Kostendeckungsgrad von 118 Prozent. Sieben der Anbieter erreichten eine Kostendeckung von 100 Prozent und mehr.
  • Die Gruppe der 15 bundesweiten Free-TV-Spartenprogramme kam zusammen auf ein Ergebnis von 20 Mio. Euro; sechs Anbieter arbeiteten kostendeckend.
  • Die 4 bundesweiten Fensterprogramme erzielten zusammen ein Ergebnis von 2 Mio. Euro, drei von ihnen haben einen Kostendeckungsgrad von 100 Prozent und mehr aufzuweisen.
  • Die 39 Pay-TV-Programme hatten 2004 Verluste in Höhe von 53 Mio. Euro zu verzeichnen, dennoch konnten 13 von ihnen kostendeckend arbeiten.
  • Die fünf Teleshopping-Kanäle erwirtschafteten 2004 einen Überschuss von 45 Mio. Euro, aber nur zwei von ihnen arbeiteten kostendeckend.
  • Die 22 landesweiten TV-Programme (mit einer Ausnahme Fensterprogramme) machten in 2004 zusammengenommen Verluste in Höhe von 12 Mio. Euro. Nur zehn von ihnen konnten ihre Kosten vollständig decken.
  • Die Gruppe der 62 lokalen Fernsehprogramme konnte einen Kostendeckungsgrad von 87 Prozent erreichen und hatte Verluste von 9 Mio. Euro auszuweisen, mehr als die Hälfte der Programme schloss immerhin mit einem positiven Ergebnis ab.

 

Privater Hörfunk

  • Die privaten Hörfunkveranstalter erzielten 2004 ebenfalls ein positives Betriebsergebnis mit einem Überschuss von 65 Mio. Euro (2003: 37 Mio. Euro).
  • Sehr positiv ist die wirtschaftliche Lage bei den 55 landesweiten Programmen, die zusammen einen Überschuss von 52 Mio. Euro erbringen konnten. Im Durchschnitt erzielten diese Programme einen Kostendeckungsgrad von 117 Prozent. 13 Programme erreichten einen Kostendeckungsgrad zwischen 100 und 119 Prozent, 18 sogar von 120 Prozent und mehr.
  • Auch die 143 lokalen Programme haben zusammengenommen mit einem Kostendeckungsgrad von durchschnittlich 109 Prozent ein positives Betriebsergebnis von 16 Mio. Euro aufzuweisen. Bei 56 dieser Programme wurde ein Kostendeckungsgrad zwischen 100 Prozent und 119 Prozent erreicht, in 34 Fällen war es sogar ein Wert von 120 Prozent und mehr.
  • Die 11 bundesweiten Programme haben bei einem Kostendeckungsgrad von 94 Prozent einen Verlust von 2 Mio. Euro zu verzeichnen. Nur vier Programme konnten ein positives Ergebnis erzielen.
  • Verluste bestehen weiterhin bei digitalen terrestrischen Radios. Die 7 befragten landesweiten DAB-Anbieter kamen zusammen auf einen Kostendeckungsgrad von 58 Prozent.

 

Eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse ist hier abrufbar. Der vollständige Ergebnisbericht der Untersuchung erscheint voraussichtlich im Dezember 2005 als Band 33 der Schriftenreihe der Landesmedienanstalten unter dem Titel "Beschäftigte und wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2003/2004" im VISTAS Verlag, Goltzstr. 11, 10781 Berlin.




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